Jetzt neu im Solarkataster: Balkonkraftwerke berechnen!

Das Fachzentrum Klima des LANUK hat das Solarkataster um die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Steckersolaranlagen erweitert. Mit der neuen Funktion können Nutzende über den Solarrechner „Photovoltaik an Neubauten und Fassaden“ die Wirtschaftlichkeit eines „Balkonkraftwerks“ berechnen. Bei Steckersolaranlagen handelt es sich um PV-Module, die an Balkonen, in Gärten oder auf Garagendächern angebracht werden können. Über einen auf 800 Watt begrenzten Wechselrichter wird der erzeugte Strom dann über die eigene Steckdose ins Hausnetz eingespeist. Auf diese Weise können auch Mietende in vielen Fällen diese Systeme nutzen und an der Energiewende teilhaben.

Präsidentin Elke Reichert freut sich über das neue Tool: „Mit der Erweiterung des Solarkatasters NRW um die Berechnung von Steckersolaranlagen ermöglichen wir nun allen Bürgerinnen und Bürgern einen einfachen Einstieg in die Planung einer Solaranlage“.

Diese Mini-Solarsysteme können an sonnigen Tagen genügend Strom produzieren um einen wesentlichen Teil der Grundlast eines Haushalts zu decken. Dadurch reduziert sich nicht nur die Stromrechnung, sondern auch der CO2-Ausstoß.  Im Vergleich zu herkömmlichen fest installierten Photovoltaikanlagen auf dem Dach sind die Anschaffungskosten geringer und die Inbetriebnahme kann in den meisten Fällen selber durchgeführt werden.

Mit Stand Mai 2025 sind in Nordrhein-Westfalen insgesamt rund 200.000 Steckersolaranlagen installiert und im Marktstammdatenregister gemeldet. Das sind rund 21,4 % aller Anlagen, wobei diese lediglich 187 Megawatt (MW) der insgesamt installierten Leistung von 12.870 MW ausmachen. Die Statistiken zur Photovoltaiknutzung in NRW sind im Energieatlas im Solarkataster und den Energiedaten zu finden.

Im Solarrechner kann nun der Ertrag und die Wirtschaftlichkeit eines Balkonkraftwerks berechnet werden. Ein Beispiel: Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.200 kWh, plant eine nach Süden ausgerichtete Steckersolaranlage mit 2 Modulen und einer Leistung von 450 Watt pro Modul in der Dortmunder Innenstadt. Für eine optimale Nutzung des produzierten Stroms wird zusätzlich ein Speicher berücksichtigt. Das Ergebnis des Rechners zeigt einen nutzbaren Stromertrag im ersten vollen Jahr von 791 kWh. Die Investitionskosten betragen rund 840€ und amortisieren sich nach 4 Jahren. Gerade bei den kleinen Steckersolaranlagen kann der im Solarrechner errechnete Stromertrag durch das individuelle Lastprofil abweichen. Darum gilt auch hier wie bei allen Solarrechnungen im Energieatlas, dass das Ergebnis als erste Einschätzung einer geplanten Anlage dient.

Um die Berechnung für Steckersolar zu starten muss im Solarkataster auf der linken Seite die Option „Steckersolar, Photovoltaik an Neubauten und Fassaden“ ausgewählt werden. Dann kann ein beliebiger Standort in der Karte ausgewählt werden, woraufhin sich ein Fenster zum Start des Rechners öffnet. Nachdem der Rechner mit dem Button „Steckersolar, Photovoltaik an Neubauten und Fassaden“ gestartet wurde, kann die Anlagenart „Steckersolar“ ausgewählt werden. Nun besteht die Möglichkeit weitere Parameter, wie die Neigung der Module, den eigenen Stromverbrauch oder die Größe und Leistung der Anlage anzupassen. Ebenso kann ein passender Speicher mit in die Betrachtung hinzugenommen werden. Nach Abschluss erhalten Nutzende eine Ergebnisübersicht, die sie sich herunterladen und per Mail zusenden können. Falls Fragen während der Bearbeitung entstehen, finden sich hinter den Fragezeichen nützliche Hinweise und Tipps.

Ein Hinweis zum Schluss: Gerade bei den kleinen Steckersolaranlagen kann der im Solarrechner errechnete Stromertrag durch das individuelle Lastprofil abweichen. Darum gilt auch hier wie bei allen unseren Solarrechnungen: bitte bewerten Sie das Ergebnis als erste Einschätzung ihrer geplanten Anlage.

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